Die neue Langsamkeit


  kaleizette


Ziemlich laut und gewalttätig geht es in »Materia oscura« (I 2013) von Massimo D'Anolfi und Martina Parenti zu. In Sardinien liegt inmitten einer Naturidylle aus Bergen und Meer ein Waffenerprobungsgelände. Von den 1950er Jahren bis in unser Jahrtausend wurden hier ohne Unterlass Tests absolviert und auf 35mm-Film dokumentiert. Das Gelände ist hochgradig verseucht. Bei den in unmittelbarer Nachbarschaft lebenden Bauern sind missgebildete Tiere an der Tagesordnung.

Die Tests und der verwahrloste Zustand der Anlage werden von den Regisseuren dokumentiert. Überall liegen verrosteter Müll und Überbleibsel von Munition herum. Die Bilder und ihre Montage sprechen für sich. Der Film kommt völlig ohne Kommentare oder Interviews aus und nimmt eindeutige Stellung gegen Militärwahn und Umweltzerstörung.

Das Berlinale-Forum 2013 war insgesamt ein guter Jahrgang. Es bleibt abzuwarten, welche der Filme es auch in Aachener Kinos schaffen werden.

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Pressefoto zu Materia oscura