Berlinale 2015 - Preise im Wettbewerb


  kaleizette

Wie der Regiepreis wurde auch der Technikpreis geteilt. Für die Kamera ging je ein Silberner Bär an „Victoria“ (Deutschland) und an „Under Electric Clouds“ (Russland, Ukraine, Polen)

„Victoria“
Der 1999 mit „Absolute Giganten“ bekannt gewordene Regisseur Sebastian Schipper dreht mit „Victoria“, Achtung! Gauner- statt Filmsprache, ein Ding im nächtlichen Berlin. Ahnungslosigkeit, volles Risiko, Abhängigkeit von ranghöheren Ganoven und frisches Verliebtsein sind die Zutaten für einen am Ende doch sehr blutigen Parforceritt, der sich gewaschen hat. Frederick Lau, im Film heißt er „Sonne“, spielt gerne Looser-Typen. In diesem Film verlieren junge Menschen aus Arglosigkeit oder ist es doch Dummheit, jedenfalls Übermut ihr Leben und „Victoria“ steht ganz bestimmt nicht für Victory.
Die große Besonderheit ist, dass der gesamte Film in Echtzeit in einem Take gedreht wurde. Das ist „echt ´n Ding“! Die Eskalation Richtung Verderben zieht uns in einen derartigen Sog, dass wir rufen möchten: „Halt, nicht tun! Renn weg!“ Aber da hat diese mit dem Silbernen Bären belohnte Dreharbeit schon wieder an Vorsprung gewonnen. Das Tempo des Films arbeitet längst im Unterbewusstsein des Zuschauers. Die distanzierte Reflektion, wer, wann, wie die Kamera hält, weicht dem Ringen nach Atem. Wir sind mittendrin.

Für den 1980 in Trondheim geborenen Kameramann Sturla Brandth Grøvlen waren die 140 Minuten an einem Stück (!) auch eine „absolut gigantische“ körperliche Leistung. Grøvlen filmte zuvor das Drama „I Am Here“ von Anders Morgenthaler mit Kim Basinger und Sebastian Schipper in den Hauptrollen. Schipper engagierte Grøvlen anschließend für seinen eigenen Film „Victoria“.
Kinostart: 11. Juni 2015

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(Noch) glückliche Szene aus „Victoria“: Frisch verliebt, für
„ Sonne“ (Frederick Lau) und Victoria (Laia Costa) dreht sich alles im Kreis.

Foto: Berlinale