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Nordische Filmtage Lübeck 2015

Sogar das Fassbinder-Porträt Fassbinder – lieben ohne zu fordern (Fassbinder – at elske uden at kraeve) kommt aus Dänischer Feder, ehm Linse. Es lief bereits im Februar auf der Berlinale. Das war auch der Ort, wo sich Fassbinder und der 1940 geborene Regisseur Christian Braad Thomsen 1969 zum ersten Mal begegneten. Fassbinder wurde gerade für Liebe ist kälter als der Tod niedergebuht. Die beiden trafen sich wieder und wieder. Die intimen Interviews und Erinnerungen wurden erst jetzt öffentlich gemacht. Für Fans ein Muss.

Die Autonomie Grönlands im Hinterkopf behaltend, sei uns verziehen, dass wir im Dänemark-Fenster als letztes noch kurz filmisch-musikalisches aus dem Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte der Welt berichten. Die Dokumentation Sumé – The Sound of a Revolution ist ein Dokumentarfilm von historischem Wert, der unspektakulär als Verfilmung einer Bandgeschichte daherkommt. Es ist aber nicht irgendeine Band, sondern Sumé, die in den 70er Jahren als erste Musikgruppe Rockmusik auf grönländisch sang. Ein Musikfilm mit tollem Sound, aber vor allem ein erhellender Film über das damals wie heute spannungsreiche Verhältnis zwischen Grönland und Dänemark. Die Platten von Sumé wurden in ihrem Heimatland Grönland überall und von allen gehört. Die Songs drückten in ihrer Sprache aus, was die Menschen in Grönland empfanden, sie wurden zum Soundtrack des vor 40 Jahren stärker werdenden Selbstbewusstseins der lange fremdbestimmten grönländischen Bevölkerung.

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Fassbinder – lieben ohne zu fordern (Nordische Filmtage Lübeck ©Rolf Konow)