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  kaleizette

Nordische Filmtage Lübeck 2015

Mit dem NDR-Förderpreis bedacht wurde die norwegische Produktion Die Rückkehr, das Spielfilmdebüt des erst 26 jährigen Regisseurs Henrik Dahlsbakken. Dieser Film bringt Afghanistans Kriegshandlungen nach Norwegen. Oscar und Fredrik erwarten ihren Vater zurück, der lange Zeit als Offizier der norwegischen Armee in Afghanistan stationiert war. Fredrik, der Jüngere, begrüßt seinen Vater mit unbefangener kindlicher Freude, er genießt das erste gemeinsame Abendessen und nimmt voll Stolz den Orden als Geschenk an, den sein Vater ihm verdächtig unfeierlich überlässt. Der ältere Bruder Oscar dagegen begegnet dem Vater reserviert, beobachtend, abwartend. Er hat dessen Rolle übernommen, kümmert sich um den Bruder und die kraftlose Mutter, die daran zerbricht, dass der eigentlich ferne Krieg in Gestalt ihres seelisch zerstörten Mannes schon lange in ihr friedliches Leben in Norwegen eingedrungen ist.

Die Beziehung zwischen dem ruppigen, aber innerlich verwundeten Mann und seinem durch die Situation zuhause erwachsen gewordenen Ältesten ist überaus beeindruckend inszeniert. Der Regisseur lässt seine Figuren zurückhaltend agieren, in Blicken, kleinen Gesten und scheinbar alltäglichen Handlungen ist das Seelenleben seiner Protagonisten mit zu erleben. Nicht neu in einem skandinavischen Film ist die Rolle, die die großartige Natur Norwegens bei der Suche der Brüder nach ihrem verschwundenen Vater spielt, jedoch wirkt dies nie symbolhaft überladen.

Die Freude darüber, den Vater gefunden zu haben, die gemeinsame Zeit in einer Jagdhütte und schließlich der furchtbare Verlust wird von den Söhnen unterschiedlich erlebt und wird sie und damit die Familie verändern.

Silke Möller-Wenghoffer und Peer Kling


Die Rückkehr (Nordische Filmtage Lübeck ©FilmBros)