nur noch bis zum 5. Juli 2026


  Kalender


So reflektierten viele Künstlerinnen und Künstler in den 1970er Jahren über Körperlichkeit und Selbsterkenntnis, während sie den Körper als politisches Statement im Kontext soziokultureller Analysen betrachteten. Nun führt eine gewöhnliche Passantin im Rollstuhl hier und jetzt ihre Solo-Performance durch, ohne über deren ästhetischen Wert nachzudenken. Eine Performance in ihrer reinsten Form, die sich wie ein Schlag ins Gesicht gesellschaftlicher Konventionen anfühlt. Die Frau blockiert buchstäblich mit ihrem Körper den gesamten Mechanismus der sozialen Interaktion und löst eine kollektive emotionale Anspannung bei allen sich in Bewegung befindenden Teilnehmenden an der spontanen Aktion aus.

Die 1970er Jahre waren eine seltsame und erstaunliche Zeit, der Beginn von Experimenten der Konzeptkunst mit dem Videoformat, mit der Darstellung von Fläche, Volumen, Licht, menschlichem Fleisch und Körpermechanik. Diese Phase ist im Archiv des Ludwig Forums äußerst sorgfältig dokumentiert. Zehn Videoarbeiten aus jener Zeit werden in der Ausstellung „Body Matters“ gezeigt, die bis zum 5. Juli im Ludwig Forum zu sehen ist.

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(C) Tatyana Marsal