
 |
|
|
Kalender |
|
So reflektierten viele Künstlerinnen
und Künstler in den 1970er Jahren über Körperlichkeit und
Selbsterkenntnis, während sie den Körper als politisches Statement im
Kontext soziokultureller Analysen betrachteten. Nun führt eine gewöhnliche
Passantin im Rollstuhl hier und jetzt ihre Solo-Performance durch, ohne
über deren ästhetischen Wert nachzudenken. Eine Performance in ihrer
reinsten Form, die sich wie ein Schlag ins Gesicht gesellschaftlicher
Konventionen anfühlt. Die Frau blockiert buchstäblich mit ihrem Körper den
gesamten Mechanismus der sozialen Interaktion und löst eine kollektive
emotionale Anspannung bei allen sich in Bewegung befindenden Teilnehmenden
an der spontanen Aktion aus.
Die 1970er Jahre waren eine seltsame
und erstaunliche Zeit, der Beginn von Experimenten der Konzeptkunst mit
dem Videoformat, mit der Darstellung von Fläche, Volumen, Licht,
menschlichem Fleisch und Körpermechanik. Diese Phase ist im Archiv des
Ludwig Forums äußerst sorgfältig dokumentiert. Zehn Videoarbeiten aus
jener Zeit werden in der Ausstellung „Body Matters“ gezeigt, die bis zum
5. Juli im Ludwig Forum zu sehen ist.
>>> weiter

|

(C)
Tatyana Marsal
|